Fasten – ein Erfahrungsbericht

Propstei Wislikofen im Kanton Aargau, in einem verschlafenen Weiler – 23. November 2025, 17.00 Uhr: Zum ersten Mal treffe ich auf die anderen 9 Teilnehmenden und die Fastenleiterin. Gespannte Gesichter um mich herum, die mir noch fremd sind. Zur Begrüssung gibt es einen leckeren, es versteht sich, alkoholfreien Apéro mit Früchten. Es wird geplaudert und neugierig die „Mitreisenden“ kennen gelernt. Später gibt es als Abschlussmahlzeit einen feinen Gemüseteller.

Am anderen Tag beginnt das Abenteuer. Montag, Tag 1 und die darauffolgenden Tage beginnen mit einen frisch zubereiteten Gemüse-/Fruchtsaft. Ich habe selten so tolle Säfte und so frisch getrunken. Am Mittag dann wahlweise einen weiteren Saft oder eine Suppe. Eine leichte Suppe, die mit einer Handvoll Gemüse pro Person zubereitet und anschliessend püriert wurde Abends dann eine weitere Suppe. Zu beissen gab es während den fünf Fastentage nichts.

Zwischendurch wurde Yoga angeboten, und wir unternahmen Spaziergänge in der wunderschönen Umgebung. Wir bewegten uns draussen, trotz Regen – und das war sehr schön. Immer wieder hatten wir sehr viel Zeit für uns neben den sanften Aktivitäten und dem Austausch in der Gruppe. Unsere Fastenleiterin war sehr kompetent, aufmerksam, herzlich und vermittelte uns wertvolles Wissen rund um die Ernährung.

Soviel zu den „technischen“ Informationen. Wie wurde ich nun zu dieser Fastenwoche inspiriert? Das Buch „Wandern ist doof“ meiner Lieblingsautorin Blanca Imboden hat mir im Sommer den Impuls gegeben. Sie schrieb die Story einer Frau, die bei einem Kreuzworträtsel eine Fastenwoche gewonnen hatte. Die Geschichte ist so lustig geschrieben mit dem Hintergrund des Fastens, dass ich mich sofort schlau machte und so den Entschluss fasste, das möchte ich machen! Gesagt getan, und ich habe mich angemeldet.

Ein Entscheid der absolut stimmig war. Wie heisst ein Spruch in meiner Homepage?

„Wenn Du willst, was Du noch nie gehabt hast, dann tue, was Du noch nie getan hast.“

Genau nach dem habe ich gehandelt. Ich wusste darum, dass in der Fastenwoche empfohlen wird, eine Darmdusche zu machen. Davor hatte ich Respekt. Ich habe mich darauf eingelassen, und das hat enorm gut getan! Das Entleeren des Körpers ist ein Aspekt einer Fastenwoche. Beim Fasten wird auch der Geist und die Seele angesprochen. Meine Absicht war es, einmal mein ganzes System herunterzufahren. Bei meinem Körper wurde eine Reset-Taste gedrückt. Und zusammen mit den tollen Hintergrundinformationen über gesunde Ernährung fällt mir eine Umstellung wieder zu Hause überhaupt nicht schwer. Ich habe mich auf das Abenteuer Fasten eingelassen und wurde dafür reich beschenkt.

Das Fasten in einer Gruppe war eine gute Erfahrung. Wir haben in dieser Zeit eine Gemeinschaft gebildet und uns gegenseitig getragen. Im Austausch stellte ich fest, dass es auch anderen gleich ergeht, wie mir.

Durch die Auszeit an einem anderen Ort ohne viel Ablenkung hat meinen Fokus ganz nach innen gerichtet. Ich konnte mich neu sortieren, mir nahe sein und mich spüren. Meine Seele hat eine Auszeit von all den Reizen des Alltags genommen und ist so zur Ruhe gekommen. Mein Geist wurde klar und rein. So habe ich alle Aspekte von Körper, Geist und Seele in dieser Zeit gereinigt. Geholfen haben dabei sicher auch die schönen Wanderungen, die wir in dieser lieblichen Umgebung unternommen haben. Und speziell der morgendliche Spaziergang um 08.00 Uhr, den wir jeweils in der Gruppe, jedoch im Schweigen gemacht haben. In der Gemeinschaft sein ohne Worte war wunderbar und hat die Sinne geschärft und gezeigt, wir sind verbunden, auch ohne etwas zu sagen.

Wir haben immer eine Wahl, die wir treffen können. Es liegt an uns, diese mutig anzugehen und uns in ein Experiment zu begeben, das uns unvergessliche Erfahrungen bringt.

Am Samstag war das Fastenbrechen. Mit einer Zeremonie assen wir einen herrlichen Apfel. Noch nie hat mir ein Apfel so geschmeckt. Wunderbar, dieses Kauen, der Saft des Apfels und das knackige Geräusch beim Reinbeissen. Ich habe in dieser Woche gelernt, noch achtsamer zu essen und gut zu kauen. Bereits in Blanca’s Buch wurde die Erkenntnis niedergeschrieben: Jetzt ist klar, warum es Mahlzeit heisst! Das Essen „mahlen“, bevor wir runterschlucken.

Gestärkt in Körper, Geist und Seele, Dankbarkeit und vielen wunderbaren Erfahrungen blicke ich auf diese Fastenwoche zurück und schaue gelassen nach vorne.

Mit lieben Grüssen zum zweiten Advent

Béatrice Noreia Ziltener

Geistigeheilung von Béatrice Noreia Ziltener in Benken