Herbstfarben

Habt Ihr es auch gesehen und genossen? All diese wunderbaren und intensiven Farben, die der Herbst uns beschert hat? Ich geniesse dieses Wunder jedes Jahr auf’s Neue. Sehr dankbar nehme ich das Geschenk an, das uns die vier Jahreszeiten immer wieder bescheren. Mein Herz ist ebenfalls erfüllt von Dank, dass ich in diesem wunderschönen und vielfältigen Land leben darf, und mit diesen Rhythmen der Natur gehen darf.

Die Tage um Mitte Oktober, die ich in den Bergen erleben durfte, waren herrlich. Die satten Farben und das intensive Leuchten dieser Erdfarben haben meine körperlichen Speicher gefüllt und sind mental abgelegt für die dunklere und eher düstere Jahreszeit, in denen sich die Natur karg zeigt. Es ist dann die Gewissheit, dass der Zyklus wiederum einen Frühling bringen wird. Diese Erdverbundenheit gibt mir die Kraft, in meiner Mitte zu sein, zu erleben, dass die Natur für alle da ist, und wir sie einfach erfahren und aufsaugen dürfen mit all unseren Sinnen.

Der Herbst bringt auch die Ernte, von dem, was wir das Jahr hindurch ausgesät haben. Aus meinem Garten die herrlichen Leckereien einzusammeln, erfüllt mich mit grosser Freude und Dankbarkeit. Kein Zufall, dass vielerorts ein Erntedankfest gefeiert wird. Mit Bewussheit esse ich die Früchte und das Gemüse, das ich aus meinem Garten pflücken darf. Es ist für mich ein anderes Essgefühl, wenn ich weiss, mit wie viel Zeit und Liebe etwas angebaut wurde. Als ich diesen Herbst die Birnen erntete, war ich so erstaunt über die teils riesengrossen Exemplare, die so süss schmeckten. Den Verlauf von der Blüte im Frühling und dem Wachsen im Sommer bis zur Ernte im Herbst zu beobachten, macht mich demütig der Natur gegenüber.

Mitte Oktober hatten wir auch viel Nebel, und in den unteren Lagen war es trüb. Doch wenn wir die Möglichkeiten nutzten, um in die Berge zu gehen, wurden wir mit Sonnenschein und blauem Himmel beschenkt. Für mich ist dies immer wieder ein Wunder: unten grau und oben blau! Manchmal kann ich mir das gar nicht recht vorstellen, doch dann durchbreche ich die Nebeldecke und bestaune diese Pracht mit der tollen Fernsicht.

Es zeigt mir auch wieder eine Parallele zum Leben: Es ist nicht immer alles so, wie wir meinen, etwas zu sehen. Wenn wir hinter die Fassade schauen, also sozusagen hinter den Nebel, entdecken wir ein Juwel. Was für mich heisst, den Mut zu haben, einen Menschen auch hinter seiner Fassade kennen zu lernen, so erleben wir immer wieder schöne und bereichernde Begegnungen. Also lassen wir doch auch den Mut zu, hinter unsere Fassade schauen zu lassen, damit die Menschen uns wirklich sehen können – sozusagen ohne Nebel.

Nehmen wir nun die herrlichen Herbstfarben mit in unsere Herzen und lassen sie über die dunklere Jahreszeit hindurch weiterstrahlen.

Mit farbenfrohen Herbst-Grüssen

Béatrice Noreia Ziltener

Geistigeheilung von Béatrice Noreia Ziltener in Benken